Lagerschlussverkauf - Alles muss weg!
Mögliche Themen: Unterbringung von Flüchtlingen, Bleiberecht, EU-Außengrenzen - Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg stellt auch in diesem Jahr Flyer und Materialien zur Verfügung
Die Interkulturelle Woche findet dieses Jahr vom 27. September bis zum 3. Oktober statt. Der Tag des Flüchtlings ist wie immer der Freitag in dieser Woche, in diesem Jahr also der 2. Oktober. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg empfiehlt den Initiativen vor Ort, das Thema Lager/Unterbringung von Flüchtlingen in den Mittelpunkt von Aktionen zu stellen.
Bayerns Sozialministerin will adäquate Wohnqualität für Flüchtlinge
In Bayern laufen die Diskussionen schon seit Monaten: Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer hat inzwischen geäußert, dass sie sich eine Unterbringung von Asylsuchenden in Privatwohnungen gut vorstellen kann und dass für Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften eine adäquate Wohnqualität gewährleistet sein müsse. Dafür erntet sie im Vorfeld der Bundestagswahl noch massive Kritik von verschiedenen Kabinettskollegen, die sich nur auf Verbesserungen innerhalb der Lagerunterbringung einlassen wollen.
In Baden-Württemberg leben rund 4.800 Flüchtlinge in Lagern
Die baden-württembergische Landesregierung entzieht sich bislang dieser Diskussion: Hier sind Flüchtlinge während ihres Asylverfahrens und im ersten Jahr nach Abschluss des Asylverfahrens mit einer Duldung verpflichtet, in einer zugewiesenen Gemeinschaftsunterkunft zu Wohnsitz zu nehmen. So schreibt es das baden-württembergische Flüchtlingsaufnahmegesetz vor. Es gibt in unserem Land 110 dieser so genannten Gemeinschaftsunterkünfte, die sich über fast alle Landkreise unseres Bundeslandes verteilen und zumeist in einem erbärmlichen Zustand sind. Den ca. 4.800 Flüchtlingen in diesen Unterkünften stehen 4,5 qm pro Person zu.
Wer einmal in einer dieser Unterkünfte war, kennt das beklemmende Gefühl, das einen beschleicht, wenn man sie betritt. Zahlreiche dieser Gemeinschaftsunterkünfte sind in desolatem Zustand, die Menschen müssen darin auf engstem Raum miteinander leben. In vielen Landkreisen stehen sie abseits des öffentlichen Lebens, abseits von Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten ohne oder mit schlechter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.
Auch angesichts der geringen Zugangszahlen stellt sich immer drängender die Frage nach der Notwendigkeit dieser rigiden Lagerunterbringung. Nur noch wenige Flüchtlinge schaffen den Weg nach Deutschland: seit dem Jahr 2002 sind die Zugangszahlen um 80% gesunken und befinden sich mit knapp 15 000 Flüchtlingen im Land auf einem historischen Tiefstand. Zahlreiche Kreise haben teilweise weniger als 100 Flüchtlinge zu betreuen, was die Unterbringung pro Flüchtling insgesamt verteuert. Die Folgen sind bis zu 50% leer stehende Gemeinschaftsunterkünfte im Land bei gleich bleibenden Kosten.
Motto: ein gemütlicher Tag bei unseren Flüchtlingen...
Gründe
gibt es also viele, der Bevölkerung
zu zeigen, wo und unter welchen Umständen Asylsuchende in unserem
Land leben müssen. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg
empfiehlt den Initiativen deshalb in der diesjährigen
Interkulturellen Woche, Veranstaltungen an oder wenn möglich auch
in der Gemeinschaftsunterkunft durchzuführen. Möglichkeiten
gibt es viele:
Hefte, Infos, Flyer können beim
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg bestellt werden.
Natürlich erhalten Sie von uns auch in diesem Jahr wieder die
Materialien, Informationen, Flyer, die sie im Vorfeld und während
der Veranstaltungen benötigen. Wir bitten Sie dazu, das Bestellformular möglichst
schnell an uns zurückzusenden und darauf
außerdem mitzuteilen, was Sie planen. Natürlich können
Sie uns Ihr Vorhaben auch telefonisch, per Fax oder per E-Mail
zukommen lassen. [Kontakt]