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DOKUMENTE

UNHCR (2012): Aktuelle UNHCR-Resettlement – Prioritäten. (19 S.) Beschreibung des weltweiten Resettlement-Bedarfs (nach Regionen) und der Resettlement-Praxis.

Für ein Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland

Broschüre von Pro Asyl
(36 Seiten)

PRO ASYL: Faltblatt 'Resettlement'

INFORMATIONEN - Save me Kampagne

Resettlement

Für ein Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland

Ein breites Bündnis von PRO ASYL mit dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR), Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen fordert, dass Deutschland jedes Jahr ein Kontingent an Flüchtlingen aus den Erstzufluchtsstaaten aufnimmt und integriert.

Warum?

Kriege, politische Krisen oder andere existenzielle Nöte zwingen jedes Jahr viele tausend Menschen zur Flucht. Einen sicheren Staat, der eine neue Lebensperspektive bietet, können die wenigsten Flüchtlinge erreichen. Viele wollen langfristig zurück ins Herkunftsland, doch eine Rückkehr ist oft auf unabsehbare Zeit unmöglich. Ohne eine Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben sitzen viele Flüchtlinge jahrelang in eigentlich provisorischen Lagern fest.

Wir fordern, Flüchtlinge aus den schwierigen Verhältnissen in den Erstaufnahmestaaten heraus nach Deutschland zu holen. In der Fachsprache wird diese organisierte Aufnahme 'Resettlement' oder 'Neuansiedlung' genannt. Die Idee ist nicht neu. Seit vielen Jahren stellen Staaten wie die USA, Kanada, Schweden, Dänemark oder die Niederlande jährliche Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen bereit. Deutschland ist bislang noch kein Resettlementstaat. Dennoch hat auch die Bundesrepublik im Laufe ihrer Geschichte mehrfach auch große Gruppen von Flüchtlingen aufgenommen, wenn auch teilweise unter problematischen Bedingungen. Ende der 1970er Jahre fanden zum Beispiel 26.000 vietnamesische Boatpeople dauerhaft Sicherheit Aufnahme in Deutschland, 1999 wurden vorübergehend 10.000 Frauen und Kinder aus dem Kosovo ausgeflogen und nach Deutschland gebracht.

Deutschland sollte sich am internationalen Flüchtlingsschutz verantwortungsvoll und konsequent beteiligen und Flüchtlinge regelmäßig aufnehmen. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind vorhanden und Platz für Flüchtlinge ist - in Zeiten funktionierender Abschottung und zurückgehender Zuzugszahlen - genug da.

Was ist die Save me Kampagne?

Die Idee von 'Save me' ist es, eine Bewegung von unten zu initiieren, aus den Städten und Gemeinden heraus. Denn eine informierte und aufgeschlossene Bevölkerung ist die beste Grundlage für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und eine dementsprechende Politik.

In lokalen Bündnissen sollen die Themen Resettlement und Flüchtlingsschutz in die Öffentlichkeit getragen und eine möglichst breite gesellschaftliche Basis gewonnen werden. Kreativ und konkret soll für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben werden - mit dem Ziel eines Bekenntnisses des Stadt- bzw. Gemeinderats zur Aufnahme von Flüchtlingen vor Ort.

Gelingt es in den Kommunen, eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern und schließlich die Stadt- und Gemeinderäte von der Notwendigkeit und Möglichkeit einer Neuansiedlung zu überzeugen, dann wird sich auch die Politik dem Thema nicht mehr verschließen. Schließlich sind Städte und Gemeinden diejenigen, die eine Aufnahme von Flüchtlingen zu bewältigen haben. Ein positives Votum der Kommunen kann skeptische Bundes- und Landespolitiker mitreißen. Mit einer bundesweiten Save me Kampagne können auch die Innenminister für dieses Anliegen gewonnen werden. Wir rufen dazu auf, die Save me Kampagne bundesweit in vielen Städten und Gemeinden aufzugreifen. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg koordiniert die Save-me-Initiativen in Baden-Württemberg. Bei den halbjährigen Plena des Flüchtlingsrats treffen sich die Save-me-Initiativen zum Austausch.
 

März 2012

Resettlement: Neue Regeln für Förderung durch die EU 

Der Rat der EU hat sich auf neue Regeln für die finanzielle Unterstützung von Resettlement geeinigt. Demnach sollen EU-Staaten für die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen von Resettlement-Programmen jetzt zwischen 4.000 und 6.000 Euro pro Fall aus dem Rückkehrfonds erhalten, sofern es sich um Personen handelt, die im Rahmen eines Regionalen Schutzprogramms aufgenommen werden, als besonders schutzbedürftig eingestuft worden sind oder aus einem der Länder auf der gemeinsam beschlossenen Prioritätenliste kommen. Deutschland hat im Jahr 2009 2.500 irakische Flüchtlinge per Resettlement aufgenommen. Laut IMK-Beschluss vom Dezember 2011 sollen in den nächsten drei Jahren jeweils 300 Flüchtlinge über UNHCR-Resettlemen aufgenommen werden, in diesem Jahr Flüchtlinge aus Lagern in Tunesien.
- PRO ASYL: Flüchtlinge aufnehmen – den richtigen rechtlichen Rahmen setzen. PRO ASYL zum deutschen Resettlement-Programm
-
UNHCR (2012): Aktuelle UNHCR-Resettlement – Prioritäten [PDF]. Beschreibung des weltweiten Resettlement-Bedarfs (nach Regionen) und der Resettlement-Praxis.

Dezember 2011 | NPD-Kampagne gegen Save-Me

NPD? Der Rest der Welt sagt NEIN

„Save me – eine Stadt sagt Ja“ So nennt sich die von Pro Asyl initierte Save-Me-Kampagne, die die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland fordert. 50 lokale Kampagnen gibt es, die in bereits 45 Städten (und Bundesländern) nicht nur breite Zustimmung für ihre Ziele erreicht haben, sondern bereits kommunale Ratsbeschlüsse, die die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen zeigen wie auch in 10 großen Städten in Baden-Württemberg. Und ebenso zum Beispiel in der sächsischen Stadt Dresden. Zur gleichen Zeit als die rechtsterroristische Mordserie und das unfassbare (aber längst bekannte) Versagen des Verfassungsschutzes öffentlich wurde, startete nun der NPD-Kreisverband Dresden eine rassistische Gegenkampagne gegen Save-Me. Unter dem Motto „Eine Stadt sagt Nein – keine dauerhafte Ansiedlung von Afrikanern in Dresden“ protestierten sie gegen den (ziemlich knappen) Save-Me-Stadtratsbeschluss aus Dresden. „Wir als NPD stemmen uns mit aller Kraft gegen die sogenannte save me-Kampagne von PRO ASYL und deren linken und grünen Helfershelfern, gegen die Zerstörung unserer nationalen Identität und gegen die Verschwendung von Steuergeldern“, heißt es in der Presseerklärung der NPD. Während es noch in den 80er und 90er Jahren häufig die etablierte Politik selbst war, die (rassistische) Stimmung gegen Flüchtlinge und Migranten gemacht hat, ist zu hoffen, dass völkischer Nationalismus und Menschenverachtung im 21. Jahrhundert dort bleiben, wo sie hingehören: In der Bedeutungslosigkeit. In der Zwischenzeit haben die Grünen eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen die NPD Dresden gestellt. Der Besitzer eines Fotos, das die NPD für ihre Kampagne benutzte, hat zudem Strafanzeige wegen Urheberrechtsverletzung gestellt, weswegen die verbliebenen Postkarten beschlagnahmt wurden.

Dezember 2011 | AUFNAHME VON FLÜCHTLINGEN

Innenministerkonferenz: Beschluss für Aufnahme von Flüchtlingen

Die Innenminister haben die dauerhafte Beteiligung Deutschlands an der Aufnahme von Flüchtlingen über UNHCR-Resettlement beschlossen. Das ist auch ein Erfolg der Kirchen, Sozialverbände und Menschenrechtsorganisationen, die dies seit Jahren fordern – und der Save-Me-Kampagne. Kurz vor der IMK hat vor allem das Integrationsministerium von Rheinland-Pfalz den Weg zu diesem Beschluss mit einem guten Vorschlag geebnet. Der Beschluss sieht vor, dass in den nächsten 10 Jahren jeweils 300 Flüchtlinge aus Krisenregionen aufgenommen werden sollen. Damit begibt sich Deutschland einerseits in den Kreis der Staaten, die ein regelmäßiges Resettlement anbieten. Diese jetzt beschlossene Zahl kann allerdings nur als beschämend gering bezeichnet werden.

21. November 2011

Rheinland-Pfalz fordert die Aufnahme von Flüchtlingen und Teilnahme der Bundesrepublik am Resettlement-Programm der UNHCR 

Integrationsministerin Irene Alt, die innerhalb der rheinland-pfälzischen Landesregierung für das Ausländer- und Flüchtlingsrecht zuständig ist, fordert die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), aktuell mindestens 500 afrikanische Flüchtlinge aufzunehmen, die sich in einer existenziellen Notlage befinden. Rheinland-Pfalz wird auf der nächsten Innenministerkonferenz, die am 8./9. Dezember 2011 stattfindet, einen entsprechenden Vorstoß unternehmen. 

8. Oktober 2011

Mannheim sagt Ja zur Save-Me-Kampagne. 

Gemeinderat beschließt einstimmig Unterstützung von Resettlement / Aufnahmen von Flüchtlingen. Mehr Informationen: www.save-me-mannheim.de

Bereits im Juli 2011 hat auch der Gemeinderat der Stadt Stuttgart - auf der Basis eines Antrags durch die Stadtverwaltung - ein Votum für die Aufnahme von Flüchtlingen abgegeben.


Mai 2011

Auch Waiblingen ist dabei

Wie die Save-Me-Kampagne Waiblingen mitteilt, hat der Gemeinderat der Stadt Waiblingen am 26. Mai einstimmig dem Antrag von Save-Me-Waiblingen, [pdf 348 kb] zugestimmt. Damit haben bislang acht Städte in Baden-Württemberg eine derartige Resolution verabschiedet (Heidelberg, Tübingen, Reutlingen, Ulm, Karlsruhe, Freiburg, Lörrach, Waiblingen).  

Forderung nach Aufnahme von Flüchtlingen an die Innenministerkonferenz

In einem Schreiben an die am 20. Juni tagende Innenministerkonferenz fordert der Flüchtlingsrat Berlin im Auftrag der Save-Me-Kampagne die Einrichtung eines regelmäßigen Resettlementprogramms und die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika. Die Save-Me-Kampagne Freiburg hat einen Brief an die Landtagsabgeordneten der Region geschickt, in dem ebenfalls diese Forderungen erhoben werden. Der Aussage der neuen Landesregierung, sich für Resettlement einzusetzen, sollten möglichst bald Taten folgen!

savemeOktober 2010

Lörrach hat Ja gesagt!

Wie die Save-Me-Initiative Lörrach berichtet, hat der Lörracher Gemeinderat am 21. Oktober 2010 mit deutlicher Mehrheit die Unterstützung der Save Me Kampagne beschlossen. (19 Ja Stimmen, 6 Nein Stimmen (hauptsächlich CDU Räte) und 4 Enthaltungen). Der Beschluss lautet: 1. Der Gemeinderat der Stadt Lörrach begrüsst die "Save-me" - Kampagne, um schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren. Die Stadt Lörrach unterstützt mit diesem Beschluss die Bemühungen der Initiative, das vom Flüchtlings-Hochkommisariat der Vereinten Nationen(UNHCR) eingerichtete Programm "Resettlement" auch in der Bundesrepublik Deutschland umzusetzen. 2. Die Stadt Lörrach erklärt ihre Bereitschaft, im Rahmen des Resettlement-Programms der Bundesregierung maximal 5 Flüchtlinge aufzunehmen. 

seit Mai 2010

Tübinger Aktion 'Flüchtlinge aufnehmen'

Flüchtlingsrat Baden-Württemberg bei den Erstunterzeichnern

Die Tübinger Save Me-Initiative startete im Mai 2010 eine Aktion mit dem Ziel, Angehörige von Opfern eines Terroranschlags in Deutschland aufzunehmen. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg unterstützt diese Aktion als Erstunterzeichner.

Es geht um die Aufnahme von zwei Familien aus Bagdad, die als Schiiten in einem sunnitischen Viertel massiv vom Tode bedroht waren - der Vater der einen Familie ist nach einem Bombenanschlag gestorben. Sein Bruder wurde im Frühjahr ebenfalls massiv bedroht. Sie flohen nach Syrien und ließen sich dort als Flüchtlinge registrieren. Ein weiterer Bruder kam mit seiner Familie bereits im November 2009 nach Deutschland. Die Familie gehörte zum Kontingent von 2.500 irakischen Flüchtlingen, die im Jahr 2009 von Deutschland aufgenommen worden sind. Auch die Eltern der beiden in Syrien verbliebenen Brüder leben in Tübingen. Die in Deutschland lebenden - und hier bereits gut integrierten - Angehörigen wünschen sich, dass die verbliebenen Familienmitglieder ebenfalls nach Deutschland kommen dürfen und hoffen dabei Unterstützung durch die Stadt Tübingen und die Landesregierung von Baden-Württemberg. Dokumente zu diesem Einzelfall: