Dokumentarfilm von Udo Dreutler
Erstaufführung am Donnerstag,
den 1.
Februar 2007, 19.30 Uhr
im Saal der Ev.
Gesellschaft (EVA)
Landhausstraße 62, Stuttgart
anschließend Diskussion mit
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit REFUGIO für traumatisierte Flüchtlinge e.V.
FILMBESCHREIBUNG
1998/99 herrschte Krieg im Kosovo. Serbische Milizen terrorisierten die Zivilbevölkerung, verschleppten die Männer und männlichen Jugendlichen oder brachten sie um. Die Häuser fackelten sie ab. Auch Zejnep verlor Vater und Großvater, musste fliehen und wurde Opfer von Menschenrechtsverbrechen
Am 5.10.2006 wurden Zejnep und ihre beiden in Deutschland geborenen Kinder in das Kosovo abgeschoben. Der Abschiebung waren zwei erfolglose Abschiebe-Versuche vorausgegangen
Zejnep ist allein erziehende Mutter. Sie ist traumatisiert. Die Gutachten des Arztes und des psychosozialen Zentrums der Universität Heidelberg werden bei der Abschiebe-Entscheidung nicht berücksichtigt.
Im Kosovo hat Zejnep als Mutter zweier unehelicher Kinder keine Zukunftsperspektive. Sie ist wie gelähmt - hoffnungslos. Als Ausweg sieht sie nur den Suizid.
Zejneps Schicksal ist kein Einzelfall. Der Umgang mit ausreisepflichtigen Traumatisierten ist so rigide, dass eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten und die Fraktion DIE LINKE im November 2006 in einer Kleinen Anfrage Auskunft über den rechtlichen und behördlichen Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland von der Bundesregierung forderten.
Auch die Landesärztekammer Baden-Württemberg kritisiert das verschärfte Vorgehen der Behörden gegen Traumatisierte.
"Ein ärztlich
nachgewiesenes Psychotrauma muss zu jedem Zeitpunkt des
aufenthaltsrechtlichen Verfahrens ernst genommen werden - auch
behördlicherseits", so Dr. Gisela Dahl, Menschenrechtsbeauftragte
der Landesärztekammer.
Der Filmautor, hat mit der Betreuerin von Zejnep,
Frau Godbillon, und dem Anwalt hier in Deutschland gesprochen. Er hat
Abgeschobene im Kosovo besucht.
Sein 20-Minuten-Film thematisiert
ein hochaktuelles Problem.