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E-Mail-Newsletter
Nr. 161, 14. Oktober 2010
monatlich | nächste
Erscheinungstermine: 8.11. | 6.12.
Liebe Mitglieder, Förderer und Interessierte
mit
diesem Rundbrief möchten wir Sie vor allem auf unsere kommende
Plenums-Tagung am 20. November hinweisen. Das Programm
steht nun (fast) fest und Sie können sich ab sofort direkt über unsere Website
anmelden. Wir freuen uns über Ihr Kommen! Unsere Mitglieder und
AbonnentInnen erhalten die Einladung nächste Woche auch per Post -
gerne auch zum Weiterverteilen! Ausführlichere Informationen zum Plenum
gibt es gleich weiter unten im Newsletter. Darüber hinaus erhalten Sie
wieder ausgesuchte Informationen zur Asyl- und Flüchtlingsthematik
sowie aktuelle Veranstaltungstermine (die wir dieses Mal wieder ans
Ende des Newsletters gestellt haben).
Übersicht über die
Inhalte des Newsletters:
- 1.
FLÜCHTLINGSARBEIT IN BADEN-WÜRTTEMBERG Neues
vom Flüchtlingsrat / Berichte aus den Regionen / Pressedoku / sonstige
Informationen
- 2.
THEMEN & INFORMATIONEN Informationen
zur Asyl- und Flüchtlingspolitik BaWü / BRD / EU incl. Link auf den
aktuellen Pro Asyl Newsletter
- 3.
AKTUELLE TERMINE
Lokale und landesweite Veranstaltungen und Aktionen / Überregionale
Tagungen etc.
Unsere bisherigen Newsletter finden Sie auf
unser Website unter "Archiv / E-Mail-News"
sowie viele weitere (aktuelle) Informationen.
Wenn Sie den
Newsletter abbestellen wollen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an info@fluechtlingsrat-bw.de.
Wenn Sie uns als Mitglied oder SpenderIn (sofern Sie dies noch nicht
sind) aktiv unterstützen wollen, finden Sie das entsprechende Formular
ebenfalls auf unserer Website.
Und nun viel Spaß beim Lesen
wünschen
Vorstand und Geschäftsstelle
1. FLÜCHTLINGSARBEIT IN
BADEN-WÜRTTEMBERG
VERANSTALTUNGEN | FLÜCHTLINGSRAT
BW
Sa, 20.11.10 Soziale
Rechte für Flüchtlinge - jetzt! Tagung mit Plenum in Stuttgart
Im Mittelpunkt unserer Herbsttagung stehen die sozialen
Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Baden-Württemberg:
Aufnahmebedingungen und Unterbringung, Sozialleistungen
(Asylbewerberleistungsgesetz!), Residenzpflicht und die Situation
besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge. Die Veranstaltung ist
gleichzeitig der Auftakt zu unserer "Lagerkampagne" von Herbst
2010 bis Sommer 2011. In Baden-Württemberg stehen die Chancen für
Veränderungen derzeit gut, denn die Umfragen sagen uns die Möglichkeit
eines Regierungswechsels im nächsten Frühjahr voraus. Nicht nur
Stuttgart 21 oder die Atompolitik, sondern auch der Umgang mit
Flüchtlingen könnte dann ganz neu verhandelt werden. Für das Plenum
haben wir deswegen eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten zum
Thema "Flüchtlinge in Baden-Württemberg - ein Thema für die
Landespolitik?" vorbereitet. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! [Weiter zu Programm und
Anmeldung]
PRESSEARBEIT | FLÜCHTLINGSRAT
BW
Tag des Flüchtlings:
Asylbewerberleistungsgesetz im Mittelpunkt der Kritik
Seit 1993 sind die Leistungssätze für Asylbewerber nicht angehoben
worden. Inzwischen beträgt der Abstand zum Hartz IV-Regelsatz ca. 37%.
Ist damit das menschenwürdige Existenzminimum gesichert, das jedem
Menschen unabhängig von seiner Herkunft und seinem Aufenthaltsstatus
nach dem Grundgesetz zusteht? Einen Hoffnungsschimmer verspricht eine
Entscheidung des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, das die
Leistungen für verfassungswidrig hält. Die stellvertretende Vorsitzende
des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg, Ulrike Duchrow, begrüßte das
Urteil: "Endlich ist unseren jahrelangen Forderungen einer besseren
Versorgung von Asylsuchenden nun von richterlicher Seite Nachdruck
verliehen worden!" In Heidelberg hat bereits ein Flüchtling unter
Berufung auf das Urteil einen Antrag auf Erhöhung der Regelsätze
gestellt. Der dortige Asylarbeitskreis sowie der Flüchtlingsrat
Baden-Württemberg wird ihn im Fall einer Klage unterstützen. [PDF
74 KB] In einer
gemeinsamen Presseerklärung von Pro Asyl und Flüchtlingsräten wird
ebenfalls die Verfassungswidrigkeit des AsylbLG hervorgehoben. Der Flüchtlingsrat
Berlin geht in seiner Pressemitteilung auf die besondere Situation
der Kinder im Rahmen des AsylbLG ein. Ein sehr guter Artikel zu den
sozialen Lebensbedingungen von Flüchtlingen erschien auch in derZeit
vom 16.9.2010.
PROJEKTE |
FLÜCHTLINGSRAT BW
Analyse der Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge in
Baden-Württemberg
Im Rahmen des EFF-Projekts "VIA"
beginnt der Flüchtlingsrat BW derzeit mit einer Untersuchung der
Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in der Landesaufnahmestelle in
Karlsruhe. In Vorbereitung sind Anfragen an das Bundesamt für Migration
und Flüchtlinge, die Landesaufnahmestelle und die Landesregierung sowie
Interviews mit Flüchtlingen und MitarbeiterInnen des Freundeskreis Asyl
Karlsruhe, die Flüchtlinge beraten.
VERANSTALTUNGEN | FLÜCHTLINGSRAT
BW
Bericht von der Tagung
"Flucht und Migration durch Klimawandel"
in Bad Boll 24.-26.9.10
Als Diskussions-Ergebnisse dieser gemeinsamen Tagung von
Flüchtlingsrat, Ev. Akademie, Pro Asyl und Brot für die Welt können
festgehalten werden:
- Die Folgen des hauptsächlich vom
industrialisierten Norden verursachten Klimawandels werden auch starke
Migrations- und Fluchtbewegungen verursachen Die primär vom Klimawandel
betroffenen Staaten werden dabei die größte Last der Migration zu
tragen haben, Binnenmigration wird das dominierende Phänomen des
Klimawandels sein.
- Die neue Fluchtursache
Klimawandel kommt zu den bisherigen klassischen Fluchtursachen
(Verfolgung, Hunger, Kriege etc.) hinzu und wirkt häufig mit diesen
zusammen.
- Es gibt bereits Regionen oder Länder,
die so akut und stark vom Klimawandel betroffen sind (wie z.B.
Bangladesh oder diverse Pazifikinseln), dass sich konkrete Fragen nach
Relocation- oder Resettlementprogrammen stellen. Ausgearbeitete
Konzepte hierfür gibt es aber noch nicht, da selbst durch den
Klimawandel das Interesse etwa der EU-Staaten für solche Programme noch
nicht gestiegen ist.
- Daneben gibt es auch
weiterhin Regionen wie z.B. Ostafrika, in denen nach wie vor die
klassischen Fluchtursachen dominieren (Bsp. Somalia, Kongo...). Hier
wäre es falsch, Migrationsbewegungen allein durch die Klimabrille zu
betrachten oder zu legitimieren.
- die Genfer
Flüchtlingskonvention sollte nach Auffassung vieler Experten nicht um
eine bisher nicht vorhandene Klimaklausel ergänzt werden. Da die GFK
von vielen Seiten angegriffen oder nicht mehr eingehalten wird (Bsp.
Italien-Lybien) wird es als sinnvoller erachtet, sie nicht erweitern zu
wollen, sondern den Umgang mit Klimaflüchtlingen in eigenen
Konventionen zu regeln.
Eine ausführliche Dokumentation
dieser Tagung soll als Buch bei der Ev. Akademie Bad Boll erscheinen.
VERANSTALTUNGEN | (PRESSE)DOKU | INTERKULTURELLE WOCHE
Berichte über Veranstaltungen zum Tag des
Flüchtlings 2010
In der Nachbetrachtung der
Interkulturellen Woche 2010 bzw. dem Tag des Flüchtlings liegen uns
Berichte über folgende Veranstaltungen vor:
- in Freiburg sprachen Josef
Follmann (Caritas), Jürgen Blechinger (DW) und Berthold Münch
(Rechtsanwalt) über Flüchtlinge an Europas Grenzen - hier gibt es einen
Bericht.
- in Karlsruhe eröffnete Angelika von
Loeper (1.Vorsitzende Flüchtlingsrat) eine Veranstaltung zu Hoffnungen
und Erwartungen an die europäische Asyl- und Migrationspolitik
- in Balingen sprach Andreas Linder (Geschäftsstelle
Flüchtlingsrat) bei der Eröffnung der Ausstellung "displaced" von Leona
Goldstein in der Hl.Geist-Kirche, organisiert von Attac und der
katholischen Erwachsenenbildung
- in Heidelberg
führte die Veranstaltung von Asyl-AK und DW zu einem ausführlichen
Zeitungsartikel mit dem Titel "Trotz Studiums zum Nichtstun verdammt"
(Rhein-Neckar-Zeitung 5.10.10.)
- in Baden-Baden
zeigte der Asyl-AK die Ausstellung des Flüchtlingsrats "Schau mich an"
mit Portraits von Flüchtlingen
Willkommenskultur
in Baden-Württemberg ??
Unter diesem Titel (ohne
Fragezeichen) lud die Liga
der Freien Wohlfahrtspflege zu einer Tagung am 6. und 7.10.2010
nach Stuttgart. Im Mittelpunkt stand, die aktuellen Integrationsdebatte
und die Rolle von Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft im
Integrationsprozess. In einem Forum wurde auch gefragt, ob es eine
"Willkommenskultur auch bei humanitären Aufenthalten?" geben soll.
Gemeint waren hier die irakischen Resettlement-Flüchtlinge, die im Jahr
2009 aufgenommen wurden und deren Aufnahme sehr positiv verlaufen sei.
Die Expertise des Flüchtlingsrats war bei dieser Tagung leider nicht
gefragt. Die Veranstalter formulierten in ihrer
Pressemeldung nach der Veranstaltung Ziele: "Aufenthaltsverfestigung,
Einbürgerung und sozialrechtliche Gleichstellung, verbunden mit einer
Erlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit: dies sind unabdingbare
Elemente einer Willkommenskultur für Ausländer in Deutschland. Für die
Einbürgerung dürfen nicht nur keine unüberwindbaren Hürden aufgebaut
werden, vielmehr sollen Immigranten bei den erforderlichen
Behördenverfahren "aktiv-positiv" begleitet werden." Eine "Auslese-Willkommenskultur",
bei der nur Hochqualizierte im Blick seien, solle es nicht geben.
AKTIONEN | EU-POLITIK
E-Mail-Protestaktion von PRO ASYL - bereits über
3.000 UnterzeichnerInnen - Machen auch Sie mit!
Die Zusammenarbeit Europas mit dem Folterstaat Libyen ist das blutigste
Kapitel europäischer Flüchtlingspolitik. Ende August forderte der
libysche Diktator von der EU jährlich mindestens 5 Milliarden Euro für
die Flüchtlingsabwehr. Bis Ende 2010 will die EU ein
Kooperationsabkommen mit Libyen abschließen, um die Zusammenarbeit im
Bereich Migration und Flucht weiter zu intensivieren. Bereits seit
Jahren hofieren die EU und ihre Mitgliedstaaten Gaddafi, um den
Fluchtweg nach Europa zu sperren. Das Regime wird mit Waffen, Schiffen,
Fahrzeugen, Leichensäcken und Geldern für Abschiebungsflüge und
Haftanstalten beliefert. PRO
ASYL appelliert an das Europaparlament, aktiv zu werden.
Eingesperrt, gefoltert, vergewaltigt: Tausende Flüchtlinge sind der
Kooperation der EU mit Libyen bereits zum Opfer gefallen. Europa weiß,
dass in Libyen Schutzsuchende inhaftiert, misshandelt und gefoltert,
Flüchtlingsfrauen vergewaltigt werden. Dennoch wird bis heute an der
Kollaboration mit diesem Regime festgehalten und Flüchtlinge, die in
Europa Schutz suchen, werden in den Folterstaat zurückgewiesen. Eine im
Juni 2010 vom Europaparlament verabschiedete Entschließung, in der
schwerste Menschenrechtsverletzungen in Libyen angeprangert werden,
muss Konsequenzen nach sich ziehen. Ein Diktator wie Gaddafi darf nicht
über das Schicksal von Flüchtlingen entscheiden. Alle Verhandlungen mit
Libyen zu Flucht und Migration müssen unverzüglich abgebrochen werden.
Die angestrebte Polizeikooperation zwischen der EU-Grenzagentur Frontex
und Libyen muss verhindert werden. Unterstützen
Sie unseren Appell an das Europaparlament!
2. THEMEN & INFORMATIONEN
THEMEN | ASYLSTATISTIK
Steigende Zugangszahlen
Aus der
aktuellen Statistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
(BAMF) geht hervor, dass die Zahl der Asylzugänge erneut angestiegen
ist. Im August 2010 kamen 3.936 Flüchtlinge in Deutschland an (2009:
2.448), davon 498 (2009: 243) nach Baden-Württemberg. Die meisten
Neuzugänge sind nach wie vor afghanische Staatsangehörige, immer mehr
Menschen kommen aber aus Serbien und Somalia. Für den Flüchtlingsrat
ist eine wichtige Frage, wie das BAMF die zunehmenden Anträge
bearbeiten wird, nachdem viel Personal abgebaut wurde und viele
Flüchtlinge bereits seit vielen Monaten auf die Asylentscheidungen
warten.
THEMEN | RESIDENZPFLICHT
Gesetzentwurf "Residenzpflicht abschaffen"
Am 29.9.2010 hat die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen unter
Federführung der MdB Josef Winkler, Volker Beck, Memet Kilic u.a. den
Antrag "Residenzpflicht abschaffen - Für weitestgehende Freizügigkeit
von Asylbewerbern und Geduldeten" eingebracht (Bundestagsdrucksache
17/3065). Auch in Brandenburg, Schleswig-Holstein und anderen
Bundesländern steht die Residenzpflicht auf der rechtspolitischen Ebene
längst auf dem Schleudersitz - Baden-Württemberg lässt wie immer auf
sich warten. Da fehlt vielleicht der politische Druck von unten...
THEMEN | RÜCKÜBERNAHMEABKOMMEN UND
ABSCHIEBUNGEN IN DEN KOSOVO
Einzelfallprüfungen
statt Massenabschiebungen
Durch das
Rückübernahmeabkommen mit der Rep. Kosovo von April 2010 soll die
Abschiebung von bis zu 15.000 "ausreisepflichtigen" kosovarischen
Staatsangehörigen in den nächsten Jahren erfolgen. Dies ist bereits vor
den französischen Massenabschiebungen von Roma kritisiert worden und
erhält nun auch amtlichen Gegenwind. Das Innenministerium von NRW
veröffentlichte vor kurzem einen Erlass, in dem die Bezirksregierungen
dazu aufgefordert werden, angesichts der sozialen Bedingungen im Kosovo
in jedem Einzelfall Anhörungen durchzuführen und die Möglichkeit eines
Asylfolgeantrags zu eröffnen. Auch die Möglichkeit eines
asylverfahrensunabhängigen Aufenthaltsrechts werden dargelegt. Auch die
UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay
hat eine "unglaubliche Diskriminierung" von Roma in Europa
beklagt und dabei schwere Vorwürfe gegen Deutschland erhoben. Die
anhaltende Rückführung der Roma von Deutschland in das Kosovo habe "verheerende
Folgen für die Rechte der Kinder, auch für ihr Recht auf Bildung",
schrieb Pillay in einem
Beitrag für die Frankfurter Rundschau. Aus der Sicht von
Roma-Verbänden war die Kritik an Frankreich im Zusammenhang mit den
Massenabschiebungen von Roma zu einseitig. Auch wenn Deutschland laut
IM de Maizière keine Massenabschiebungen plane, sind ca. 8.500 der
Menschen, die Deutschland im Laufe der nächsten Jahre im Rahmen des
Rückübernahmeabkommens abschieben will, Angehörige der Roma-Minderheit.
Quelle:
FTD 19.9.2010.
BERATUNGSPRAXIS
| DUBLIN II-VERORDNUNG
Neuer
Reader zur Beratung im "Dublin"-Verfahren
Wer
Flüchtlinge berät, die von Dublin II-Verfahren betroffen sind, bekommt
mit dem neuen Reader von Maria Bethke (Asylverfahrensberaterin in
Gießen) und Dominik Bender (Rechtsanwalt aus Frankfurt) sehr gutes
Handwerkszeug. Er enthält Auskünfte zum Prüfschema und zum Ablauf des
Dublin-Verfahrens, gibt Hinweise für die Beratung von Flüchtlingen ohne
Asylantrag, von unbegleiteten Minderjährigen, zum
"Griechenlandverfahren" usw. und stellt typische Fallkonstellationen
vor. Erhältlich als PDF beim
Informationsdienst Asyl und Migration.
RECHT | DUBLIN II-VERORDNUNG
"Dublin"-Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht
Am 28. Oktober verhandelt der 2. Senat des BVerfG über die "Dublin
II-Verordnung". Erwartet wird eine Grundsatzentscheidung u. a. zur
Möglichkeit effektiven Rechtsschutzes bei drohenden
Dublin-Überstellungen in andere EU-Staaten (speziell Griechenland),
wenn dort die europarechtlichen Mindeststandards für die Aufnahme von
Flüchtlingen und die Verfahren für eine Flüchtlingsanerkennung nicht
gewährleistet sind. In einer Pressemitteilung
vom 17.September stellt das BVerfG die Sachlage selbst dar.
RECHT | BLEIBERECHT FÜR JUGENDLICHE
Neue Regelungen für Jugendliche?
Laut einem Artikel
in "Spiegel Online" sollen in Deutschland ausgebildete und
integrierte jugendliche MigrantInnen in Zukunft leichter ein
Aufenthaltsrecht bekommen. Die Innenminister der Länder wollen nach
SPIEGEL-Informationen die Regeln für Jugendliche ändern. Anlass ist der
Fall einer Ghanaerin, die trotz Einser-Abitur abgeschoben werden sollte.
THEMEN | INTEGRATIONSDEBATTE
Einzelfallprüfungen statt Massenabschiebungen
Ausgelöst durch die Thesen von Thilo Sarrazin tobt derzeit wieder eine
sehr unangenehme "Integrationsdebatte", bei der sich die Protagonisten
gegenseitig mit islamophober und rassistischer "Theorie"produktion
überbieten und ein längst überholt geglaubtes Kulturverständnis
("Kulturkreise" / "der Islam") nun auch wieder in vielen Talkshows
fröhliche Urständ feiert. Wohltuend sind demgegenüber sachliche
Entgegnungen, aber auch krititische Distanzierungen wie die Erklärung
des Netzwerks Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, die
mittlerweile von über 2000 Menschen unterzeichnet wurde. Auch die
Stellungnahme des Stuttgarter Integrationsbeauftragten Gari Pavkovic,
die uns vorliegt, trägt zur Versachlichung der Debatte bei, fand aber
wenig Beachtung in den Medien.
AKTIONEN
| SAVE-ME-KAMPAGNE
Auch
Gießen und Kassel haben "Ja" gesagt
Trotz oder vielmehr
weil sich Deutschland nicht für ein regelmäßiges "Resettlement"
entscheiden will, sucht und findet die Save-Me-Kampagne immer mehr
Zustimmung auf kommunaler und Landesebene. Vor kurzem haben sich nun
auch die Stadträte von Gießen und Kassel für die Aufnahme von
Flüchtlingen über UNHCR-Resettlement ausgesprochen. Mehr Informationen
in diesem
Artikel des Gießener Anzeigers oder auf der Website der Save-Me-Kampagne.
In Baden-Württemberg hört man, dass Stuttgart eine der nächsten
Save-Me-Städte werden könnte.
AKTIONEN
| INNENMINISTERKONFERENZ
I ♥ BLEIBERECHT! Demo
von Jugendliche ohne Grenzen
Zur alljährlichen
Innenministerkonferenz, diesmal am 17.November in Hamburg, rufen die
"Jugendlichen ohne Grenzen" zur alljährlichen Demo auf. Den Aufruf und
alle weiteren Informationen gibt es auf ihrer Website.
AKTIONEN | FLÜCHTLINGSRAT BAYERN
Jeden Donnerstag Kontrollbesuche in den Unterkünften
Unsere Nachbarn machen es mal wieder vor: "Bayern bleibt schmutzig
- auch nach dem Landtagsbeschluss zur Neuregelung der Lagerpflicht für
Flüchtlinge und dem Erlass von Mindeststandards durch das bayerische
Sozialministerium. Das Netzwerk Deutschland Lagerland begibt sich
deshalb an jedem Donnerstag im Oktober und November 2010 auf seine
Schmutzige-Donnerstags-Tour durch bayerische Flüchtlingslager. Wir
wollen damit auf die weiterhin menschenunwürdigen Zustände in den
bayerischen Flüchtlingslagern aufmerksam machen und Material aus allen
Regierungsbezirken zusammentragen. Die gesammelten Informationen aus
den Lagern werden wir in die weitere Debatte im Bayerischen Landtag zur
Umsetzung des Beschlusses zur Neuregelung der Lagerpflicht einbringen."
Informationen über die Schmutzige-Donnerstags-Tour finden Sie auf der Internetseite
des Flüchtlingsrats Bayern.
MATERIALIEN
| BLEIBERECHT
Studie zu
den Auswirkungen der Bleibenrechtsregelungen
"Geduldet -
nicht erwünscht" lautet der Titel einer 184 Seiten starken Studie von
Prof. Gudrun Hentges und Justyna Stasczak über die Auswirkungen der
Bleiberechtsregelung auf die Lebenssituation geduldeter Flüchtlinge in
Deutschland. Das Buch ist im Oktober 2010 im ibidem Verlag Stuttgart
erschienen und kosten 29,90 Euro. ISBN 978-3-8382-0080-4.
MATERIALIEN | ZEITSCHRIFTEN
ZAR, Asylmagazin, amnesty info
Die
aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Ausländerrecht und
Ausländerpolitik ZAR enthält u.a. eine kritische Bilanz zur
Staatsangehörigkeitsrecht seit 2000, einen Artikel über aktuelle
Entwicklungen bei der "Harmonisierung" des EU-Aufenthaltsrechts und den
Stand der Diskussion menschenrechtlicher Ansätze zu "irregulärer
Migration" in Deutschland. Mehr Infos: www.zar-online.info.
Das aktuelle "Asylmagazin" des Informationsverbunds Asyl und Migration
enthält die UNHCR-Richtlinien zum internationalen Schutzbedarf
sri-lankischer Asylsuchender und eine ausführliche Kommentierung zur
Vorlage des LSG NRW beim BVerfG bzgl. Asylbewerberleistungsgesetz. Das
amnesty info 10/2010 bringt v.a. Länderinformationen zu Nordkorea,
Syrien, Sri Lanka und Libyen sowie einen ai-Forderungskatalog zur
europäischen Asylpolitik.
Und hier noch der Link zum
PRO ASYL NEWSLETTER 162 vom 24.9.2010 mit zahlreichen Informationen
v.a. zur EU-Flüchtlingspolitik.
3. AKTUELLE TERMINE
Fr,
22.10., 14 Uhr, Stuttgart, Haus der Wirtschaft, Willi Bleicher Str.
19
Migration
weltweit - Impulse für Entwicklung
Dieses Forum, das von
der "Stiftung Entwicklungszusammenarbeit" und dem Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge u.a. veranstaltet wird und unter
Schirmherrschaft von Ministerpräsident Mappus steht, thematisiert
Migration unter dem ökonomischen Aspekt und behandelt Fragen wie
zirkuläre Migration oder entwicklungspolitische Faktoren, blendet aber
menschenrechtliche Aspekte oder Flüchtlingsschutz völlig aus. Migranten
kommen hier also mal wieder nur unter dem Aspekt der wirtschaftlichen
Nützlichkeit ins Gespräch. Dabei dürfen sie auch ein paar Probleme
mitbringen, wenn sie dann nach Gebrauch wieder gehen - eine kritische
Auseinandersetzung mit solcherart konservativer Migrationspolitik wäre
dringend nötig!
Sa, 23.10., 12 Uhr,
Rastatt, Hauptbahnhof
Weg
mit dem Nazi-Zentrum in Söllingen
Kundgebung.
Veranstalter: "Weiße Rose gegen braune Gewalt", Rastatt, u.a.
Fr,
05.11., 19 Uhr, Stuttgart,
Evangelisches Tagungszentrum Birkach
Sa,
06.11., 18 Uhr, Uhingen, Evangelisches Gemeindehaus
Sa,
20.11., 20 Uhr, Bad Boll, Evangelische Akademie
Ala-Din und die Wunderlampe
Theaterstück nach Heiner Schnitzler, aufgeführt von den "global
players" (beteiligt sind auch Flüchtlinge aus Göppingen). Mehr
Informationen: www.globalplayers-gp.de
Mi, 03.11., 9.30 - 16.30, Stuttgart
Diakonisches Werk, Heilbronnerstr. 180
"Wohin mit meiner Trauer? Verlust, Abschied und
Trauerprozesse im Exil"
Jahrestagung der
Landesarbeitsgemeinschaft Folterüberlebende in Baden-Württemberg in
Kooperation mit der Landesärztekammer. Veranstalter: DW, BFU Ulm, PBV
Stuttgart, Refugio Stuttgart und VS u.a.
Fr, 6.11. und Sa, 07.11., 20 Uhr, Tübingen, Schlatterhaus,
Österbergstr.2
EUropas Staatsbildungskriege
Kongress der Informationssstelle Militarisierung, www.imi-online.de
Mo, 08.11., 20 Uhr, Stuttgart, Forum der Kulturen,
Marktplatz 4
Einwanderungsland Deutschland
Sebastian Beck referiert über das Thema "Wie Migranten wohnen wollen"
und stellt Ergebnisse einer diesbezüglichen Sinus-Studie vor.
Mi, 10.11., 20 Uhr, Nürtingen, Kulturkantine, Plochinger Str. 14
Krieg im Kongo - Business- oder Bürgerkrieg?
Der Referent Vianey Mushegera ist gebürtig aus Bukavu in der DR Kongo
und lebt in Nürtingen. Er ist Agraringenieur und Projektmanager für
alternative und erneuerbare Energien. Veranstalter: AK Asyl Nürtingen,
ai.
Sa, 20.11., 10 - 18 Uhr, Stuttgart,
Friedensgemeinde, Schubartstr.14
FLÜCHTLINGSRAT BW | TAGUNG MIT PLENUM
Informationen und Anmeldung siehe oben!
Do, 02. 12., 19 Uhr,
Heilbronn, Caritas-Zentrum
Europäische Asyl- und Migrationspolitik
Referent: Andreas Linder, Flüchtlingsrat Ba-Wü.
Veranstalter: Stadt Heilbronn, Integrationsbeauftragte.
Di,
07.12., 19 Uhr, Hochschule Esslingen, Studium Generale
Flüchtlingskinder in Deutschland nach der
Rücknahme der Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention
Referentin: Angelika von Loeper, 1.
Vorsitzende des Flüchtlingsrats BW.
21.
und 22.01.2011, Bad Boll, Ev. Akademie
Flüchtlingsschutz in Deutschland. Nationale
Verfahren, europäische Standards
Tagung der Ev. Akademie Bad Boll, des
Diakonischen Werks Württemberg und des Flüchtlingsrats
Baden-Württemberg.
Hinweise
auf überregionale Veranstaltungen:
Do,
07. bis So, 10.10., Berlin-Kreuzberg,
Heilig-Kreuz-Kirche
Tagung der BAG Asyl in der Kirche in
Kooperation mit CCME - Churches' Commission for Migrants in Europe.
Mehr Infos: www.kirchenasyl.de
Fr, 22. bis Sa,
23.10., Berlin,
Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder
Tagung "Roma - eine transnationale Minderheit
in Europa"
Mehr Infos: www.eaberlin.de
Do,
14. bis So, 17.10., Hamburg, Rote Flora
10. Antira-Kongress
Mehr Infos:
http://antirahamburg.blogsport.de
Mi, 27. bis Fr,
29.10., Bochum
3. Bundesfachkongress Interkultur.
Mehr Infos: www.bundesfachkongress-interkultur.de
Mi, 17. - Fr,
19.11., Hamburg
Wie politisch kann eine Fachkraft sein?
Die Bedeutung der politischen Dimension in der
Arbeit mit jungen Flüchtlingen. Tagung in der Katholischen Akademie
Hamburg. Veranstalter: Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige
Flüchtlinge (B-UMF) e.V. Mehr Infos: www.b-umf.de
Mi, 17. - So,
21.11., Hamburg
8. bundesweite JOG - Jugendkonferenz: I ♥
BLEIBERECHT! mit Demo am 17.11.
Mehr Infos:
http://www.jogspace.net/konferenzen.de/articles/jog-konferenz-in-hamburg-2010.html
Do, 25.11. Internationaler
Tag gegen Gewalt gegen Frauen
Mehr Infos u. a. bei: www.frauenrechte.de
Sa, 4.12., 10-17 Uhr, Berlin, Hotel Alexander
Plaza, Rosenstr.1
Die
EU-Verordnung Dublin II.
Referentin: Klaudia Dolk,
Informationsverbund Asyl&Migration, Berlin.
Mehr Infos: http://auslaender-asyl.dav.de
Fr, 10.12. Internationaler
Tag der Menschenrechte
Haben
Sie Interesse an einer Veranstaltung mit VertreterInnen des
Flüchtlingsrats Baden-Württemberg?
Unsere Referentinnen
und Referenten kommen im Rahmen des Fortbildungsprogramms des
Flüchtlingsrates Baden-Württemberg mit ihren Vorträgen gerne zu einem
vereinbarten Termin zu Ihnen. Auf unserer Website finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungen, die wir
anbieten. Darüber hinaus sind wir für weitere Themen offen. Bitte
melden Sie sich bei Interesse bei der Geschäftsstelle.
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