weitere Infos unter

Bündnis gegen Abschiebehaft Rottenburg

AKTUELLES

Abschiebehaft Rottenburg: Zwölf Häftlinge im Hungerstreik

Solidaritätsnote des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg

Am Samstag, den 01.03.09, sind in der Abschiebehaft Rottenburg zwölf Häftlinge in einen Hungerstreik getreten. Sie wollten durch ihren gemeinsamen Protest auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam machen. 

Die angeblichen Initiatoren Herr K. und Herr L. wurden am Dienstag, 03.03. in die Abschiebehaft Mannheim verlegt. Herr K. lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Aufgrund einer bereits verbüßten Haftstrafe soll er in die Türkei abgeschoben werden, wo ihm aus persönlichen Gründen nichtstaatliche Verfolgung droht. Herr L. ist körperbehindert und schwer krank. Er soll in den Irak abgeschoben werden, wo er aufgrund seiner gesundheitlichen Situation und ohne familiäre Unterstützung wenig Chancen hätte, sein Überleben zu sichern. 

Am Mittwoch, 04.03. erreichte uns ein Fax aus Mannheim, in dem die beiden ankündigten, sich durch die Verlegung nicht einschüchtern zu lassen. Sie sind sich der gesundheitlichen Risiken eines Hungerstreiks bewusst, möchten ihren Protest aber fortführen. In Rottenburg befindet sich inzwischen noch ein Gefangener im Hungerstreik. 

Herr S. stammt aus Afghanistan und soll nach Griechenland zurückgeschoben werden. Aufgrund der dortigen asylrechtlichen Situation droht ihm die weitere Abschiebung nach Afghanistan. 

Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung hat sich am 07.03. der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg mit dem Hungerstreik in Rottenburg und Mannheim beschäftigt. 

Wir sind in großer Sorge um die Zukunftsperspektiven und die gesundheitliche Situation der Gefangenen im Hungerstreik. 

Wir fordern die zuständigen Behörden auf, die Anliegen der Gefangenen äußerst ernst zu nehmen und eine Lösung in deren Sinn anzustreben.